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STAATSAKT #7: DIE KUNST DER KOMÖDIE

  • kulturschnack
  • vor 4 Stunden
  • 10 Min. Lesezeit

Das Oldenburgische Staatstheater ist das Flaggschiff der Oldenburger Kulturlandschaft. Sein Output allein würde unsere Stadt schon zu einer Theatermetropole machen. Um halbwegs den Überblick zu behalten, gibt es nun den Kulturschnack Staatsakt. Hier treffen wir uns mit den Akteur:innen und sprechen mit ihnen über Premieren, Projekte, Persönliches. Das ist Theater - im Rampenlicht und hinter den Kulissen!


Szene aus „Die Kunst der Komödie“ von Eduardo de Filippo, das mit Hagen Bähr am Oldenburgischen Staatstheater zu sehen ist
Mehr als nur lustig: „Die Kunst der Komödie“ sorgt zwar für etliche Lacher, das Stück bietet aber noch sehr viel mehr. (Bild: Stephan Walzl)

Was ist eigentlich eine Komödie? Diese vermeintlich simple Frage ist überraschend schwer zu beantworten. Denn so nahe es auch liegt, sie lässt sich nicht auf den Humor reduzieren, sondern offenbart viele weitere Ebenen. Eine Definition beschreibt sie daher auch als „ein Drama (sic!) mit oft erheiterndem Handlungsablauf, das für den Helden glücklich endet“, Die unterhaltsame Grundstimmung entstehe durch eine übertriebene Darstellung menschlicher Schwächen, die neben der Belustigung des Publikums aber auch kritische Zwecke haben kann. Man täte der Komödie also Unrecht, wenn man nur ihre heitere Seite betrachtet.


Das zeigt in besonderer Weise „Die Kunst der Komödie“ von Eduardo de Filippo im Oldenburgischen Staatstheater. Der Titel scheint ein heiteres Lustspiel anzukündigen, doch diese Interpretation führt in die Irre. Obwohl es auf der Bühne durchaus humorvoll zugeht, widmet sich die neue deutsche Fassung von Regisseur Peter Hailer durchaus den großen Themen und Dramen der Zeitgeschichte, Gesellschaft und Politik. Im Kulturschnack Staatsakt Nr. 7 haben wir mit dem Schauspieler Hagen Bähr über die Schattierungen und Stärken des Stücks gesprochen - und dabei einiges über Täuschung, Fakes und italienische Anzüge gelernt.


 

OLDENBURGISCHES STAATSTHEATER


DIE KUNST DER KOMÖDIE


KOMÖDIE VON EDUARDO DE FILIPPO


DI 8. APRIL 20 UHR (TICKETS)

SA 12. APRIL 20 UHR (TICKETS)

SO 27. APRIL 18.30 UHR (TICKETS) FR 2. MAI 20 UHR (TICKETS)

SO 4. MAI 18.30 UHR (TICKETS) SA 24. MAI 20 UHR (TICKETS)

FR 13. JUNI 20 UHR (TICKETS)

SA 14. JUNI 20 UHR (TICKETS)

DO 19. JUNI 20 UHR (TICKETS) FR 27. JUNI 20 UHR (TICKETS) SO 29. JUNI 15 UHR (TICKETS)

DO 3. JULI 20 UGR (TICKETS)


KLEINES HAUS

26122 OLDENBURG


 


S I E B T E R

S T A A T S A K T


E R S T E R A U F T R I T T


Ein frühlingshaft erleuchtetes Theaterfoyer zur Mittagszeit. Das Sonnenlicht fällt durch große Fenster in den Raum, von der Straße hört man leise den Verkehrslärm. Zwei Kultur-Redakteure positionieren ihre Kameras. Ein Stativ bereitet Schwierigkeiten, doch beim Eintreffen des Gastes ist das Problem gelöst. Er nimmt am langen Tresen der Theaterbar Platz und wartet entspannt die letzten Vorbereitungen ab. Dann beginnt das Gespräch.


Thorsten Lange vom Kulturschnack Oldenburg im Interview mit Hagen Bähr, Schauspieer am Oldenburgischen Staatstheater
Treffpunkt Theaterbar: Mit Hagen Bähr kann man sehr entspannt über ganz kleine und ganz große Themen sprechen. (Bild: Kulturschnack)

HAGEN Habt ihr das Stück eigentlich schon gesehen?


THORSTEN Nee, leider noch nicht. Aber das kann für diese Interviewsituation auch ein Vorteil sein. Wir stellen die Fragen ja für unser Publikums - und wenn wir das mit derselben Unwissenheit und Neugier tun, liegen wir oft genau richtig.


HAGEN Na, dann mal los!



(Thorsten erklärt noch einiges zum Prozedere, dann startet das eigentliche Interview)



THORSTEN Hagen, du bist aktuell in „Die Kunst der Komödie“ zu sehen. Der Titel weckt einerseits sofort Assoziationen, Komödien kennt schließlich jeder. Andererseits bleibt er unkonkret, was die Handlung betrifft. kannst du kurz beschreiben, worum es geht?


HAGEN  Ein junger Politiker wird in ein kleines Dorf versetzt und soll da seine ersten Karriereschritte mache. Gleich am ersten Tag sprengt ein Theaterdirektor die Agenda und sagt: „Mir ist das Theater abgebrannt, ich brauche wirklich Hilfe, wir wissen nicht mehr weiter.“ Zwischen dem jungen Politiker, den ich spiele, und dem Theaterdirektor entwickelt sich ein Streit darüber, was Kunst, was Kultur, was Politik ist - und wer für was zuständig ist. Dieser Streit mündet in eine Wette. Der Direktor sagt: „Du sollst heute an deinem ersten Tag den Pfarrer, den Lehrer, den Arzt treffen. Aber wer weiß, vielleicht schicke ich dir auch meine verkleideten Schauspieler?“ Denn was nicht abgebrannt ist, ist der Kostümfundus und das Schminkzeug. Und ab dann erleben wir einen sehr philosophischen, politischen, witzigen Abend über die Frage, was ist Realität, was is Fiktion, was kann Theater? Und wie könnten wir auch mit Politik umgehen, statt Politik mit uns? Das ist also sehr relevant


THORSTEN  Was würdest du sagen ist die Stärke des Stücks? Was gefällt dir besonders daran?


HAGEN Obwohl das Stück sechzig Jahre alt ist und sehr selten gespielt wurde, haben wir es geschafft, den Abend sehr „heutig“ und gegenwärtig zu machen. Der Blick geht auch auf das, was derzeit in Amerika passiert, was im Nahen Osten passiert.


Über allem steht die Frage: Was macht es mit einer Gesellschaft, wenn sie zwischen Fiktion und Realität nicht mehr unterscheiden kann? Wenn die Nachrichten, die wir lesen, vielleicht künstlich erzeugt wurden. Was ist Realität, was ist Fiktion und inwieweit verändert diese Unsicherheit unsere Gesellschaft? Das ist an diesem Abend, denke ich, sehr schön zu sehen.


Szene aus „Die Kunst der Komödie“ von Eduardo de Filippo, das mit Hagen Bähr am Oldenburgischen Staatstheater zu sehen ist
Was ist echt und was nicht? Hagen Bähr wir als Präfekt De Caro in „Die Kunst der Komödie“ mehrfach auf die Probe gestellt (Bild: Stephan Walzl)

THORSTEN  Das ist sehr viel mehr, als man gemeinhin von einer Komödie erwarten würde. Ich komme deshalb nochmal zurück auf den Titel. Findet man im Laufe des Stücks heraus, was „Die Kunst der Komödie“ ist oder bleibt das offen?


HAGEN  Es ist ein Zitat des Theaterdirektors, der sagt: „Wir können sie, die Kunst der Kommöde.“ Damit meint er, dass Theater dafür sorgen kann, dass sich Realität und Fiktion nicht mehr unterscheiden lassen. Denn das kann Theater: eine andere Realität erschaffen. Inwieweit das am Ende zu einem ganz bitteren Erlebnis führt, kann das Publikum dann am Abend selber erleben. Nur so viel: Es wird am Ende sehr ernst - aber bis dahin ist es lustig.


THORSTEN Ist der Titel eigentlich Programm oder ist es auch ein wenig irreführend?


HAGEN Der Titel des Stücks ist das einzige, was man ihm vorwerfen kann. Es heißt zwar „Die Kunst der Komödie“, aber „Die Kunst des Schauspiels“ oder „Die Kunst der Täuschung“ wären treffender. Denn es geht vielmehr darum, was passiert, wenn wir nicht mehr durchblicken.


Welche Abgründe, welche Tragik, welche Gewalt bricht los, wenn wir Wahrheit und Fiktion nicht mehr auseinanderhalten können? Und das ist ein sehr relevantes Thema - verpackt in einen amüsanten Abend.





THORSTEN Geschrieben wurde das Stück von dem Italiener Eduardo de Filippo und wenn man die Inhaltsangabe liest, glaubt man sofort eine mediterrane Lebensfreude zu spüren. Bringt ihr die eins zu eins auf die Bühne oder gibt es eine norddeutsche Version, die so ein bisschen nüchterner ist?


HAGEN  Wir haben versucht, das Stück ins Hier und Heute zu übersetzen. Wir sprechen hin und wieder italienische Worte, bei den Kostümen gibt es italienischen Reminiscenzen. Man merkt schon ein bisschen, dass wir in Italien sind, aber wir haben es dahingehend hierher geholt, dass das keinen Unterschied macht. Das heißt: Wir erleben keinen mediterranen Abend, sondern wir erleben gut geschnittene Anzüge im Hier und Jetzt. (lacht)


THORSTEN Plattdeutsch hören wir also nicht?


HAGEN Nein, das könnte ich auch gar nicht, als gebürtiger Darmstädter.


THORSTEN  Du bist De Caro, der Präfekt, um den sich letztendlich alles dreht. Ist es eigentlich besonders schwierig, ständig auf der Bühne zu sein und dort im Mittelpunkt zu stehen - oder besonders schön?


HAGEN Meine Rolle ist insofern etwas speziell, weil das Publikum über mich versucht, die Frage zu beantworten, ob es Schauspieler:innen sind, die dem Politiker da begegnen, oder reale Personen. Das heißt: Ich bin immer auf der Bühne, aber gleichzeitig auch für das Publium der Anker, um die Handlung durch mich mitzuerleben. Es einnert ein bisschen an die versteckte Kamera, die ja irgendwo einen Fokus hat. Und das - um deine Frage zu beantworten - macht großen Spaß!


STARKES THEATERPROGRAMM DIE GROßE VIELFALT Mit dem KULTURSCHNACK STAATSAKT starten wir ein regelmäßiges Interview-Format mit dem Oldenburgischen Staatstheater. Ihr fragt euch, warum wir das tun? Nun: Dafür gibt es genau 164 Gründe.

Das Spielzeit-Heft des Oldenburgischen Staatstheaters in Oldenburg

Das ist nämlich die Zahl der Seiten des aktuellen Spielzeitheftes des Oldenburgischen Staatstheaters. Es ist prall gefüllt mit dem äußerst facetten- und variantenreichen Programm der insgesamt sieben Sparten. So gibt es in der kommenden Spielzeit 4 Uraufführungen und 32 Premieren, dazu 7 Wiederaufnahmen und unzählige weitere Attraktionen. Und selbst das ist noch nicht alles. Zwischen und außerhalb von Oper, Schauspiel oder Konzert finden viele weitere Projekte statt. Das Staatstheater schreibt weiter an seiner eigenen Geschichte - und damit auch jener der Stadt. Angesichts dieser Opulenz haben wir uns dazu entschieden, dem Staatstheater regeläßig einen Besuch abzustatten. Gemeinsam suchen wir nach spannenden Gästen, Themen und Geschichten für den KULTURSCHNACK STAATSAKT. Was ihr davon habt? Einen spannenden Einblick in die Theaterwelt und mehr Informationen darüber, was die Menschen dort bewegt. 



THORSTEN  Geht's dir eigentlich wie einem Profifußballer, der immer von Anfang an „auf'n Platz“ will? Oder gibt es auch Rollen, bei denen du denkst: Es ist auch schön, wenn man einfach mal später kommt und dann den perfekten Auftritt hat?


FLORIAN  Ich war früher Torwart. Das heißt, ich war immer auf dem Platz und finde es auch nicht schlimm, wenn ich auf der Bühne stehe. Es gibt auch die Rollen, die kommen irgendwann später im Stück vor und haben dann eine starke Wirkung. Aber ich gebe zu: Es macht schon Spaß, wenn man viel auf der Bühne steht.


THORSTEN  Was ist für dich eigentlich schwieriger zu spielen: Eine Tragödie oder eine Komödie? Oder kann man das gar nicht unterscheiden?


HAGEN  Ich glaube, es ist die Komödie. Dort gibt es ja den Anspruch, dass das Publikum das lustig finden soll - und ob das klappt, spürt man auch sofort. Durch die Lacher und die Atmosphäre im Raum bekommt man viel mehr Rückmeldung, als wenn man eine Tragödie spielt, wo das Publikum meistens still konzentriert ist.


Das Wichtige in der Komödie ist Timing und dass man auch den Ernst bei all dem nicht verliert. Denn „die Kunst der Komödie“ liegt darin, dass man die Sachen ernst nimmt - erst dadurch werden sie sehr lustig.

Ich habe bisher zwar sehr viel mehr Tragödien als Komödien gespielt, aber ich würde sagen: Komödie macht schon sehr viel Spaß. Gerne mehr! (lacht)




Vielseitig: Bei Hagen Bähr spürt man sofort, dass er sich wohl fühlt, wenn die Blicke - oder Kameras - auf ihn gerichtet sind. (Bilder: Kulturschnack)


THORSTEN  Abseits der Bühne bist du auch als Fernseh- und Filmschauspieler aktiv. Gibt es da eine Rolle, mit der du vollauf zufrieden warst und die wir unbedingt gesehen haben sollten?


HAGEN  Meine Auftritte im Film und Fernsehen sind an zwei Händen abzuzählen. (lacht) Ich fand „Schuss in der Nacht“ von Raymond Ley u.a. mit Joachim Krol einen sehr schönen Film. Er thematisiert eine wahre Begebenheit, nämlich die Ermordung von Walter Lübcke im Kontext zum NSU. Das ich schon ein sehr wichtiger Film und ich bin ich froh, dass ich dabei sein dürfte.


THORSTEN  Und wenn du nur eines von beiden machen dürftest, was würdest du wählen?


HAGEN  (mit Verve) Theater, Theater, Theater, Theater! Wenn ich bis zum Ende meiner Zeit nie wieder vor der Kamera lande, aber dafür immer Theater spielen darf, dann gehe ich das gerne ein!



Die volle Bandbreite: „Die Kunst der Komödie“ bietet viele heitere Momente, schlägt aber auch ernstere Töne an. (Bilder: Stephan Walzl)


THORSTEN Du bist jetzt seit ungefähr vier Jahren in Oldenburg. Bist du hier schon so richtig heimisch geworden oder schaut man als Schauspieler auch immer mal in die Metropolen und denkt sich: Auf die ganz große Bühne will ich auch mal?


HAGEN  Harald Schmidt sagt ja immer: Wo ich bin, ist Champions League. (lacht) Das ist ein sehr schöner Spruch von ihm. Ich bin tatsächlich in Oldenburg so gut angekommen, wie in meinen vorherigen Stationen in Kassel und Meiningen nicht.


Es gibt hier ganz viel Nähe und ich empfinde die Oldenburger:innen als ein sehr offenes, nettes Volk. Ich bin mit meiner Frau hier, meine Tochter ist hier geboren - Oldenburg ist jetzt schon super cool.

THORSTEN Gibt es eigentlich eine Traumrolle, die du hier auf der Bühne im Oldenburgischen Staatstheater gerne mal spielen würdest?


HAGEN Da scheiden sich ja immer die Geister. Manche Schauspieler sagen ja, ich spiele alles. Aber es gibt tatsächlich eine Sache, ich, mit der ich schon seit zehn Jahren schwanger gehe. Ich bin ein großer Fan von Curd Jürgens und der hat ja mal „Des Teufels General“ gespielt, in einer Schwarz-Weiß-Verfilmung aus den Fünfziger Jahren. Die finde ich total klasse. Deshalb wäre Carl Zuckmeyers „Des Teufels General“ so ein Stück, das ich gern spielen würde.


„Die Kunst der Komödie“ von Eduardo de Filippo
Der Meister und sein Werk: In Aufführungen oder Verfilmungen von „Die Kunst der Komödie“ übernahm Eduardo de Filippo auch gerne selbst die Hauptrolle. (Bild: Giulio Einaudi editore)

Aber ich glaube, es wäre die größte Pein für mich. Weil ich schon so lange über dieses Stück nachdenke, würde ich bestimmt einen Nervenzusammenbruch bekommen, wenn wir das wirklich spielen. Weil ich die ganze Zeit denke: Das eine muss so und das andere muss so! (lacht) Ich glaube, wenn der Traum in Erfüllung geht, würde er schnell zum Alptraum werden. Von daher bin ich froh über alles, was ich spielen darf.


THORSTEN Vielleicht übernimmst du einfach auch die Regie, damit alles nach deinen Vorstellungen läuft!


HAGEN  Nein, nein, nein! Genauso wenig wei ich andauernd Film machen möchte, will ich Regie führen. Das, was ich gerade mache, ist super!


THORSTEN  Das ist ein gutes Stichwort, lass uns zum Abschluss nochmal auf das aktuelle Stück zurückkommen. Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie komisch ist „Die Kunst der Komödie“?


HAGEN Für den einen wahrscheinlich eine Zwölf und für den anderen wohl eher eine Sechs. Das Spannende ist, am Theaterabend selbst herauszufinden, zu welcher Gruppe man gehört.



Alle: ab.


 


Die Kraft der Kontraste


Ganz falsch liegt man weiterhin nicht, wenn man Komödien in erster Linie mit Komik verbindet. Und, ja, bei einigen geht es eben doch nur um Gags und Punchlines. „Die Kunst der Komödie“ zeigt aber, dass dieses Genre sehr viel mehr zu bieten hat als nur eine kurzweilige Abfolge an Lachern.

Szene aus „Die Kunst der Komödie“ von Eduardo de Filippo, das mit Hagen Bähr am Oldenburgischen Staatstheater zu sehen ist
Düster: Die Grenzen zwischen Komödie und Drama sind fließend. Das spürt auch Theaterdirektor Oreste Campese. (Bild: Stephan Walzl)

Tatsächlich erlangen Komödien erst dann ihre größte Stärke, wenn der Humor mit anderen Stimmungslagen kontrastieren kann; wenn zwischendurch auch ernste Töne angeschklagen werden und Raum für kritische - oder sogar philosopische - Fragestellungen ist. Dann nämlich hat der Humor etwas sehr Befreiendes und Erlösendes. Un diese Momente des Aufatmens bleiben besonders stark in Erinnerung. In anderen Fällen dient die Komik dazu, eine trügerische Leichtigkeit zu erzeugen, die schließlich jäh durch ein dramatisches Ereignis zerstört wird. Auch hier ist es der starke Kontrast zwischen Heiterkeit und , der eine große Wirkung erzeugt.


Wer wissen möchte, was damit gemeint sein könnte und wie sich das anfühlt, sollte unbedingt „Die Kunst der Komödie“ im Oldenburgischen Staatstheater gesehen haben. Eduardo de Filippo hat in den 1960er Jahren eine starke Grundlage geschaffen. Die Inszenierung und Neuübersetzung von Peter Hailer versetzt den Stoff in unsere Gegenwart und lässt ihn gerade durch die Bezüge zum surrealen Weltgeschehen besonders stark wirken. Was eigentlich eine Komödie ist? Beantwortet das Stück trotz seines Titels nicht. Aber es zeigt, welche Wirkungsmacht sie haben kann - und das reicht allemal für eine unterhaltsamen Theaterabend mit Langzeitwirkung.



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